Zeitgenössische Tibetische Literatur (gsar rtsom)
Seit etwa 1999 beschäftigt mich dieses Thema, das in der Tibetologie nur wenig untersucht worden war.
Der Deutsche Akademische Austausch Dienst finanzierten eine Forschungsaufenthalt in Zentral- und Ost-Tibet von September 2003 bis Mitte 2005, der es mir ermöglichte umfangreiches Material zu sammeln. Teile dieses Materials sind in den TBN Datenbanken der frei zugänglich.
Inzwischen sind eine Reihe von Publikationen zum Thema entstanden, jedoch ist das Thema zeitgenössische Literatur bei weitem noch nicht erschöpfend bearbeitet.
Die sich gerade im Entstehen befindene Literatur Tibets eröffnet neue Perspektiven auf eine Kultur und Gesellschaft, die in ihrer Wahrnehmung von Stereotypen und Vorurteilen getrübt ist.
Meine Dissertation wird die komplexe Beziehung zwischen Literatur und Gesellschaft in en Mittelpunkt stellen. Anhand von exemplarischen Werken werden Standpunkte, Streitfragen und Äußerungen tibetischer Identität dargestellt.
Neben theoretischen Überlegungen will ich die tibetische Literatur einem breiten Publikum zugänglich machen. Ein Band mit Übersetzungen ist in Planung.
Die Herrnhuter in Tibet
Die Tibetologie und die Herrnhuter Brüdergemeine (Unitas Fratrum) haben eine lange gemeinsame Geschichte. Nicht nur haben die Brüder in vom tibetischen Buddhismus geprägten Regionen wie Ladakh missioniert, sie haben auch mit den Werken Jäschkes und Franckes wesentliches zur Tibetologie beigetragen.
Die Präsenz der Unitätsbrüder im tibetischen Kulturraum über lange Jahre ist gut dokumentiert. Aus diesen Dokumenten wird eutlich, dass gerade das miteinadner zweier Kulturen nicht einfach für die Beteiligten war. Zusammen mit Stephanie Roemer bin ich in Archiven und vor Ort in Ladakh diesen Fragen nachgegangen. Erste Ergebnisse sind in “’Die Waffen des Feindes gleichsam gegen ihn selbst richten’ in: Zentral Asiatische Studien (ZAS)36. Bonn 2007 veröffentlicht worden.
Tibetische Zeitungen und Zeitschriften
Die ersten Zeitschriften und Zeitungen Tibets wurden nicht in Tibet selbst und nicht von Tibetern herausgegeben. Die erste Zeitung ist die "la dwags ak bar" von Francke begrünet und die zweite wohl die vom sog bod las khungs herausgegebene "bod kyi phal skad tshags par". Der berühmte "me long" erschien in Nordindien. Die Geschichte er Zeitungen in Tibet ist somit recht aufschlussreich über die Beziehungen Tibets zu den Nachbarn.
Tibetische Popmusik
In den Läden am Barkor stapeln sich die VCDs. Viele, wenn nicht gar die meisten aus Amdo.
Überwiegend traditionell und doch populär ist es die Popmusik mehr noch als Literatur oder das Fernsehen, die das Denken er Tibeter bestimmt. Diese VCDs die für weniger als 1€ das Stück gehandelt werden verhandeln und bestimmen tibetische Identität.