Der Aufsatz Stephanie Römer & Franz Xaver Erhard. (2007). “‘Die Kanonen des Feindes gleichsam auf ihn selber richten.’ Interkulturelle Auseinandersetzungen der Herrnhuter Brüderunität im Westhimalaja.” ist ursprünglich mit Abbildungen in den Zentralasiatische Studien (ZAS)(36), Seite 237-262. erschienen.
„Die Kanonen des Feindes gleichsam auf ihn selber richten.“ Interkulturelle Auseinandersetzungen der Herrnhuter Brüderunität im Westhimalaja
von Stephanie Römer und Franz Xaver Erhard (Berlin)
„Wir woll’n uns gerne wagen
In unsern Tagen
Der Ruhe abzusagen,
Die’s Tun vergisst.
Wir woll’n nach Arbeit fragen,
Wo welche ist;
Nicht an dem Amt verzagen,
Uns fröhlich plagen
Und unsre Steine tragen
Aufs Baugerüst.“
(Jäschkes Gesang zur Begrüßung von Pagell und Heyde in Kyelang)1
Im 19. Jahrhundert waren es oftmals Missionare, die die Wissenschaft um bedeutende Beiträge bereicherten. Das Fach der Tibetologie profitierte von einer ganzen Reihe von Wissenschaftler-Missionaren der Herrnhuter Brüderunität. Die berühmtesten Namen, um nur einige zu nennen, sind August Heinrich Jäschke (1817-1883), August Wilhelm Heyde (1825-1907), August Hermann Francke (1870-1930) und der Herrnhuter Missionsarzt Karl Rudolf Marx (1857-1891). Durch die Missionsarbeit im Westhimalaja trafen die Europäer auf ihnen bis dahin weitgehend unbekannte kulturelle und religiöse Praktiken. In diesem Aufsatz soll der interkulturelle Austausch zwischen den Unitätsbrüdern und der lokalen Bevölkerung thematisiert werden, wobei folgende Fragen im Mittelpunkt stehen: Wie wurden die Besonderheiten der lokalen Religions- und Kulturpraktiken in die Missionsarbeit der Brüderunität einbezogen? Und wie reagierte die Bevölkerung auf die kulturelle Annäherung der Missionare? Read the rest of this entry »